Orchesterkonzert in Kallmünz
KammerVielharmonie gastiert mit Pavane und Reformations-Symphonie

Kallmünz. Vor vollbesetztem Haus spielte am Sonntag die "KammerVielharmonie", ein 39-köpfiges Orchester unter Leitung von Markus Schindlbeck. Dank der wohlwollenden Unterstützung durch Herrn Pfarrer Giehrl wurde die Kallmünzer Pfarrkirche zum ansehnlichen Konzertsaal.
Nach kurzer Anmoderation durch den Dirigenten spielte das Orchester ebenso kraft- wie gefühlvoll auf. Die "Pavane pour une infante défunte" schrieb Maurice Ravel als 24jähriger während seines Studiums bei Gabriel Fauré. Den Titel erklärt der Komponist nicht als Totenklage für ein verstorbenes Kind, sondern als imaginäres Bild einer kleinen Prinzessin, die so eine Pavane einmal getanzt haben könnte. So klingt die Musik dieses äußerst selten gespielten Stücks keinesfalls traurig oder erdrückend, sondern vielmehr nachdenklich, gar wehmütig. Zart und einfühlsam auch die Darbietung der KammerVielharmonie. Beachtliche, solistische Qualitäten zeigten hier besonders die jeweils 1. Hornistin, Querflötistin und Oboistin. Gänsehaut pur auch dank der hervorragenden Harfenistin, bestens untermalt durch die samtig zurückhaltend spielenden Streicher.
Auch der zweite Programmpunkt dieser abendlichen Soiree war ein Frühwerk. Kaum ein Ort, an dem Mendelssohns "Reformations-Symphonie" derzeit nicht zu hören wäre - dem Lutherjahr sei dank. Das sonst eher selten gespielte Werk entstand im Alter von nur 21 Jahren und wäre damit eigentlich Mendelssohns 2. Symphonie. Da die Verlagsausgabe aber erst nach dem Tode des Komponisten im Druck erschien, erhielt das Stück aber die irreführende Nummer 5.
Für die KammerVielharmonie bot das Werk mehr als genügend Präsentationsfläche, um zu brillieren. Egal, ob kraftvolle Tutti-Passagen oder lyrischer Holzbläsersatz, homogene Streicherwallung oder kammermusikalisch fugierte Mittelteile – der KammerVielharmonie gelang eine durchwegs überzeugende Darbietung. Ein großes Lob auch an die hochdisziplinierten Blechbläser, die nie der Versuchung erlagen, den schlanken Streicherapparat zu übertrumpfen, sondern sich stets in den Dienst der Musik stellten und diese mit energiegeladenen Schüben vorantrieben. Erstaunlich präsente und präzise Streicher und erneut höchste Qualität in den Holzbläser-Soli. Die vergleichsweise kleine Besetzung erwies sich für das wechselseitig spielfreudige Zusammenwirken von Streichern und Holzbläsern als wahrer Segen.
Großer Applaus, Bravo-Rufe und Standing Ovations für Orchester und Dirigenten dieses rundum gelungenen Konzerts.